Google-Konto: So schränken Sie die Datensammlung ein

Die Datensammlung in Ihrem Google-Konto schränken Sie vor allem über die Aktivitätseinstellungen ein: Web- & App-Aktivitäten, Zeitachse und YouTube-Verlauf lassen sich pausieren oder automatisch löschen, personalisierte Werbung schalten Sie im Mein Anzeigen-Center ab. Der schnellste Einstieg ist der Privatsphärecheck, der die wichtigsten Schalter nacheinander abfragt. Ganz ohne Datenverarbeitung funktionieren Google-Dienste allerdings nicht.

Kurz zusammengefasst

Gehen Sie unter myaccount.google.com den Privatsphärecheck durch. Pausieren Sie die Web- & App-Aktivitäten oder stellen Sie das automatische Löschen auf 3 Monate. Die Zeitachse in Google Maps speichert Standortdaten inzwischen auf dem Gerät, prüfen Sie trotzdem, ob sie aktiv ist und ob eine Cloud-Sicherung läuft. Den YouTube-Verlauf können Sie pausieren oder automatisch löschen lassen. Schalten Sie personalisierte Werbung unter myadcenter.google.com aus. Mit Google Takeout sehen Sie, welche Daten Google tatsächlich über Sie gespeichert hat.

Welche Daten speichert Google in Ihrem Konto?

Google speichert je nach Einstellung Ihre Suchanfragen, besuchte Orte, angesehene Videos, Interaktionen mit dem Assistant und vieles mehr. Laut Google-Hilfe gehören zu den Web- & App-Aktivitäten Suchanfragen und Aktivitäten in Diensten wie Suche und Maps, Begleitinformationen wie Sprache, Gerätetyp und Browser, der ungefähre Standort und die IP-Adresse, angeklickte Werbung und Käufe auf Websites von Werbetreibenden. Mit eigenem Häkchen kommen der Chrome-Verlauf, Aktivitäten auf Partnerseiten und Sprachaufnahmen hinzu.

Google begründet die Speicherung mit besseren, persönlicheren Ergebnissen. Für Sie bedeutet sie ein detailliertes Profil Ihrer Interessen und Gewohnheiten. Die Datenschutz-Grundverordnung gibt Ihnen das Recht, solche Daten einzusehen und löschen zu lassen (Art. 15 und Art. 17 DSGVO). Einen Großteil davon können Sie direkt in den Kontoeinstellungen selbst erledigen. Wie Sie eine formelle Auskunft bei Unternehmen verlangen, erklärt unser Beitrag DSGVO-Auskunft anfordern.

Einstellung Was gespeichert wird Empfehlung
Web- & App-Aktivitäten Suchen, Maps-Nutzung, Assistant, optional Chrome-Verlauf Pausieren oder automatisch nach 3 Monaten löschen
Zeitachse (Maps) Besuchte Orte und Wege Aus lassen, falls nicht gebraucht
YouTube-Verlauf Angesehene Videos und Suchanfragen Automatisch löschen oder pausieren
Personalisierte Werbung Nutzt Kontodaten zur Werbeauswahl Ausschalten
Profilangaben Name, Foto, Geburtstag, Telefonnummer Sichtbarkeit auf „Nur Sie“ prüfen

Wie nutzen Sie den Privatsphärecheck?

Der Privatsphärecheck ist ein geführter Rundgang durch die wichtigsten Datenschutz-Einstellungen Ihres Google-Kontos. Sie finden ihn, wenn Sie angemeldet myaccount.google.com aufrufen und den Bereich „Daten und Datenschutz“ öffnen, oder direkt unter myaccount.google.com/privacycheckup. Google verweist in seiner Hilfe selbst darauf, dass sich die meisten Einstellungen dort schnell einsehen und ändern lassen.

Der Check führt Sie unter anderem zu den Aktivitätseinstellungen, zur Werbepersonalisierung und zu den Profilangaben, die andere Nutzer sehen können. Bei den meisten Punkten können Sie direkt umschalten. Planen Sie zehn bis fünfzehn Minuten ein und wiederholen Sie den Check etwa einmal im Jahr, da Google Einstellungen gelegentlich neu ordnet. Den Sicherheitscheck, der Anmeldung und verbundene Geräte prüft, sollten Sie gleich danach durchgehen. Er schützt vor fremden Zugriffen, die oft schwerer wiegen als die Datensammlung durch Google selbst.

Wie schränken Sie die Web- & App-Aktivitäten ein?

Öffnen Sie myaccount.google.com/activitycontrols und schalten Sie die Web- & App-Aktivitäten aus. Google bietet dabei zwei Varianten an: „Deaktivieren“ stoppt nur die künftige Speicherung, „Deaktivieren und Aktivitäten löschen“ entfernt zusätzlich ausgewählte ältere Einträge. Wer die Funktion behalten möchte, weil Maps-Vorschläge oder die Suche sonst weniger hilfreich sind, nutzt stattdessen das automatische Löschen.

Unterhalb des Hauptschalters finden Sie zwei Unteroptionen mit eigenen Häkchen: den Chrome-Verlauf samt Aktivitäten auf Partnerseiten und die Sprach- und Audioaktivitäten. Diese können Sie auch einzeln abwählen, wenn Sie die Web- & App-Aktivitäten grundsätzlich anlassen.

Google stellt die Einstellungen für seine Suchdienste derzeit schrittweise um. In der Hilfe heißt es, dass sich die Ansicht ändern kann und neu ein „Verlauf der Suchdienste“ auftaucht. Sehen Sie bei sich noch die alte Ansicht, steuern weiterhin die Web- & App-Aktivitäten den Suchverlauf. Taucht der neue Punkt auf, prüfen Sie beide Schalter getrennt.

Ihren Browserverlauf verwalten Sie unabhängig davon im Browser selbst. Wie Sie das Tracking beim Surfen allgemein reduzieren, steht im Beitrag Browser-Tracking verhindern.

Was ist der aktuelle Stand bei Zeitachse und Standortverlauf?

Der frühere Standortverlauf heißt heute Zeitachse, und die Daten liegen nicht mehr in der Google-Cloud, sondern auf Ihrem Smartphone. Google hat die Umstellung Ende 2024 angekündigt, endgültig in Kraft trat sie laut Berichten am 18. Mai 2025. Die Zeitachse ist laut Google für Ihr Konto standardmäßig deaktiviert und kann nur von Ihnen eingeschaltet werden.

Ist sie aktiv, speichert Ihr Gerät regelmäßig den genauen Standort, auch wenn Sie gerade keine Google-App nutzen. Optional können Sie eine verschlüsselte Sicherung der Zeitachse auf den Google-Servern anlegen, etwa für einen Gerätewechsel. Prüfen Sie Folgendes:

  • Öffnen Sie die Google-Maps-App, tippen Sie auf Ihr Profilbild und suchen Sie den Eintrag zur Zeitachse. Wenn Sie die Funktion nicht nutzen, schalten Sie sie aus.
  • Wenn Sie die Zeitachse behalten wollen, stellen Sie das automatische Löschen ein. Berichten zufolge ist dabei standardmäßig eine Frist von drei Monaten vorgesehen, alternativ 18 oder 36 Monate.
  • Schauen Sie nach, ob die Cloud-Sicherung eingeschaltet ist. In der Zeitachse erkennen Sie das an einem Wolken-Symbol.
  • Einzelne Orte oder ganze Tage löschen Sie direkt in der Maps-App.

Wichtig: Auch bei ausgeschalteter Zeitachse können Standortinformationen anderswo landen. Google weist darauf hin, dass Standortdaten im Rahmen der Web- & App-Aktivitäten gespeichert werden können, etwa wenn Sie in Maps nach einer Adresse suchen. Laut Google werden der Gerätestandort und die IP-Adresse allerdings nach 30 Tagen aus den Web- & App-Aktivitäten entfernt, unabhängig von Ihrer Löschfrist. Welche Standortdaten Ihr Handy darüber hinaus erzeugt, beschreibt unser Ratgeber Welche Daten sammelt mein Smartphone?

Wichtig

Wer die Zeitachse auf mehreren Geräten genutzt hat, sollte sie auf jedem einzelnen prüfen. Laut Google können Zeitachsendaten auf anderen Geräten erhalten bleiben, wenn Sie nur auf einem löschen.

Wie verwalten Sie Ihren YouTube-Verlauf?

Den YouTube-Verlauf erreichen Sie über myactivity.google.com, den Eintrag „YouTube-Verlauf“ und „Verlauf verwalten“. Dort sehen Sie jedes angesehene Video und jede Suche. Einzelne Einträge entfernen Sie über das X daneben, ganze Zeiträume über „Löschen“. Wenn Sie mehrere Videos auf einmal löschen, verschwindet auch der Suchverlauf für diesen Zeitraum.

Zum Pausieren wählen Sie in den Aktivitätseinstellungen beim YouTube-Verlauf „Deaktivieren“. Dabei können Sie getrennt festlegen, ob angesehene Videos, Suchanfragen oder Sprachaktivitäten gespeichert werden sollen. Videos, die Sie bei pausiertem Verlauf ansehen, tauchen später nicht im Verlauf auf.

Bedenken Sie die Folge für die Empfehlungen: Gelöschte Inhalte fließen nicht mehr in Vorschläge ein. Laut YouTube-Hilfe können bei fehlendem Verlauf Funktionen wie Empfehlungen auf der Startseite ganz wegfallen. Für viele ist das automatische Löschen nach einigen Monaten ein guter Kompromiss.

Wie richten Sie das automatische Löschen ein?

Mit dem automatischen Löschen entfernt Google Ihre Aktivitäten selbstständig, sobald sie älter als ein von Ihnen gewählter Zeitraum sind. Die Funktion gibt es für die Web- & App-Aktivitäten, den YouTube-Verlauf und die Zeitachse.

  1. Öffnen Sie Ihr Google-Konto unter myaccount.google.com.
  2. Wählen Sie links „Daten und Datenschutz“.
  3. Öffnen Sie unter den Einstellungen für den Verlauf die gewünschte Aktivität, zum Beispiel Web- & App-Aktivitäten.
  4. Wählen Sie „Automatisch löschen“ und dann den Zeitraum, nach dem Aktivitäten gelöscht werden sollen.
  5. Bestätigen Sie die Auswahl.

Als Fristen bietet Google 3, 18 oder 36 Monate an. Seit 2020 gilt laut Google für neue Konten bei den Web- & App-Aktivitäten ein Standard von 18 Monaten, beim YouTube-Verlauf 36 Monate. Ältere Konten haben oft gar keine Frist eingestellt, dann bleiben die Daten gespeichert, bis Sie sie löschen. Wählen Sie die kürzeste Frist, die für Sie noch praktisch ist. Aus Datenschutzsicht sind drei Monate die beste der angebotenen Optionen.

Wie schalten Sie personalisierte Werbung ab?

Rufen Sie angemeldet myadcenter.google.com auf, das Mein Anzeigen-Center. Neben „Personalisierte Werbung“ wählen Sie „Aus“ und bestätigen. Danach verwendet Google laut eigener Hilfe die in Ihrem Konto gespeicherten Daten nicht mehr zur Auswahl von Werbung. Ihre Themen- und Markeneinstellungen im Anzeigen-Center werden gelöscht, und auch Werbung auf Partnerseiten und in Partner-Apps wird nicht mehr von Google personalisiert.

Werbefrei werden Google-Dienste dadurch nicht. Sie sehen weiterhin Anzeigen, die sich nach dem Kontext richten: nach der Tageszeit, dem Thema der Seite, Ihrem aktuellen ungefähren Standort, dem gerade angesehenen Video oder Ihrer aktuellen Suchanfrage. Der Unterschied ist, dass kein langfristiges Interessenprofil mehr in die Auswahl einfließt. Wer einzelne Anzeigen nicht mehr sehen will, kann sie über das Drei-Punkte-Menü an der Anzeige blockieren.

Werbung außerhalb von Google, die über Cookies und andere Tracker ausgespielt wird, steuern Sie zusätzlich über Cookie-Banner und Browsereinstellungen. Hilfe dazu gibt der Beitrag Cookies akzeptieren oder ablehnen?

Wie finden Sie mit Google Takeout heraus, was Google über Sie weiß?

Mit Google Takeout laden Sie eine Kopie Ihrer bei Google gespeicherten Daten herunter. Das ist sowohl ein Datenschutz-Werkzeug als auch eine Sicherung, etwa bevor Sie ein Konto löschen oder Daten in großem Umfang entfernen.

  1. Rufen Sie angemeldet takeout.google.com auf. Alle genutzten Dienste sind vorausgewählt, entfernen Sie bei Bedarf Häkchen.
  2. Klicken Sie auf „Nächster Schritt“.
  3. Wählen Sie die Übermittlungsmethode: Downloadlink per E-Mail, Ablage in Google Drive oder Übertragung zu Dropbox, OneDrive oder Box.
  4. Legen Sie fest, ob Sie ein einmaliges Archiv möchten oder ein Jahr lang alle zwei Monate einen Export.
  5. Wählen Sie Dateityp (ZIP lässt sich fast überall öffnen) und maximale Archivgröße und klicken Sie auf „Export erstellen“.

Je nach Datenmenge dauert die Erstellung von Minuten bis zu mehreren Tagen. Das Archiv steht laut Google etwa sieben Tage zum Download bereit und kann höchstens fünfmal heruntergeladen werden. Speichern Sie es verschlüsselt, denn es enthält sehr persönliche Daten. Wie Sie solche Kopien sicher aufbewahren, lesen Sie im Beitrag Backup erstellen.

Was tun, wenn Fremde Zugriff auf Ihr Google-Konto hatten?

Ändern Sie sofort das Passwort und melden Sie unbekannte Geräte ab. Beides erledigen Sie unter myaccount.google.com im Bereich „Sicherheit“, wo Sie auch alle angemeldeten Geräte sehen. Danach sollten Sie:

  • die Bestätigung in zwei Schritten einschalten oder einen Passkey einrichten, siehe Zwei-Faktor-Authentifizierung einrichten,
  • prüfen, ob Wiederherstellungs-E-Mail und Telefonnummer noch Ihnen gehören,
  • in Gmail nachsehen, ob Weiterleitungen oder Filter eingerichtet wurden, die Mails an Fremde schicken,
  • Drittanbieter-Apps mit Zugriff auf Ihr Konto kontrollieren und unbekannte entfernen,
  • Passwörter anderer Dienste ändern, die Sie über „Mit Google anmelden“ oder ein gleiches Passwort nutzen.

Wurden mit Ihrem Konto Betrugsmails verschickt oder Einkäufe getätigt, finden Sie weitere Schritte im Ratgeber Identitätsdiebstahl: Was tun?

Häufige Fragen

Werden Google-Dienste schlechter, wenn ich alles ausschalte?

Etwas weniger persönlich, ja. Suchergebnisse, Maps-Vorschläge und YouTube-Empfehlungen orientieren sich dann weniger an Ihrem bisherigen Verhalten. Die Dienste selbst funktionieren weiterhin. Viele Nutzer kommen mit dem automatischen Löschen nach drei Monaten gut zurecht.

Löscht Google meine Daten wirklich?

Gelöschte Aktivitäten verschwinden aus Ihrem Konto und werden laut Google nicht mehr zur Personalisierung genutzt. Was auf den Servern im Hintergrund geschieht, lässt sich von außen nicht überprüfen. Deshalb ist es wirksamer, Daten gar nicht erst speichern zu lassen, als sie nachträglich zu löschen.

Gelten die Einstellungen auch auf meinem Android-Handy?

Die Aktivitätseinstellungen gehören zum Google-Konto und gelten auf allen Geräten, auf denen Sie angemeldet sind. Zusätzlich hat Android eigene Einstellungen, etwa für Standortzugriff und App-Berechtigungen, die Sie direkt auf dem Gerät prüfen sollten.

Kann ich Google nutzen, ohne angemeldet zu sein?

Für Suche, Maps und YouTube ist keine Anmeldung nötig. Dann werden Ihre Aktivitäten nicht im Konto gespeichert, Google kann aber über Cookies und Geräteinformationen dennoch Daten erfassen. Die YouTube-Hilfe beschreibt zum Beispiel, wie Sie den Wiedergabeverlauf auch ohne Anmeldung pausieren oder löschen.

Wie oft sollte ich die Einstellungen kontrollieren?

Einmal im Jahr und nach größeren Ankündigungen von Google, etwa wenn neue Funktionen oder Einstellungsbereiche eingeführt werden. Der Privatsphärecheck macht das in wenigen Minuten möglich.

Quellen

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