Eine Kindersicherung richten Sie auf Android mit Google Family Link ein, auf dem iPhone mit der Familienfreigabe und der Bildschirmzeit. Beide Systeme sind kostenlos und erlauben Zeitlimits, Altersfreigaben für Apps und eine Genehmigungspflicht für Käufe. Sie ersetzen aber keine Absprachen: Die Technik setzt den Rahmen, das Gespräch mit dem Kind entscheidet darüber, ob er funktioniert.
Für Android brauchen Sie die App Family Link und ein von Ihnen beaufsichtigtes Google-Konto für das Kind. In Deutschland darf ein Kind sein Google-Konto erst ab 16 Jahren selbst verwalten. Auf dem iPhone legen Sie in der Familienfreigabe einen Kinderaccount an, in Deutschland gilt das für Kinder unter 16. Richten Sie in beiden Fällen zuerst die Kaufgenehmigung ein, dann Altersfreigaben und Zeitlimits. WhatsApp, Instagram, TikTok und Snapchat erlauben die Nutzung laut eigenen Bedingungen ab 13 Jahren, prüfen das Alter aber kaum. Keine Kindersicherung ist lückenlos, deshalb gehören klare Regeln und regelmäßige Gespräche dazu.
Welche Kindersicherung passt zu welchem Smartphone?
Welches Werkzeug Sie nutzen, hängt vom Gerät des Kindes ab, nicht von Ihrem eigenen. Für ein Android-Smartphone ist Google Family Link zuständig, für ein iPhone oder iPad die Bildschirmzeit in Verbindung mit der Apple-Familienfreigabe. Die Steuerung kann übers Kreuz laufen: Family Link gibt es auch als App für das iPhone der Eltern. Ein iPhone des Kindes lässt sich damit aber nicht verwalten, das stellt Google in seiner Hilfe klar. Auch Computer außer Chromebooks bleiben außen vor.
| Funktion | Google Family Link (Android) | Bildschirmzeit und Familienfreigabe (iPhone) |
|---|---|---|
| Tägliches Zeitlimit | Ja, als Tageslimit mit Wochenplan | Ja, über Nutzungszeiten und Zeitpläne |
| Schlafenszeit oder Auszeit | Ja | Ja, über einen Zeitplan |
| Einzelne Apps sperren oder begrenzen | Ja, App-Limits und Blockieren | Ja, App blockieren oder Zeitbudget für Kategorien |
| Kaufgenehmigung | Ja, für Google-Play-Käufe | Ja, „Kaufanfrage“ |
| Altersfreigaben für Inhalte | Ja, für Google Play | Ja, für Apps, Filme, Musik und weitere Inhalte |
| Webfilter | Ja, für Chrome: anstößige Seiten blockieren oder nur genehmigte Seiten | Ja, „Nur jugendfreie Websites“ oder nur genehmigte Seiten |
| Kontakte einschränken | Nicht direkt | Ja, „Erlaubte Kontakte“ |
| Standort des Geräts | Ja | Ja, über „Wo ist?“ in der Familie |
Ein Hinweis zur Tabelle: Apple und Google überarbeiten diese Menüs regelmäßig. Die Grundfunktionen bleiben, einzelne Bezeichnungen können sich mit neuen Systemversionen ändern.
Google Family Link einrichten: so gehen Sie vor
Family Link funktioniert nur mit einem Google-Konto für das Kind, das Sie als Elternteil beaufsichtigen. Sie können ein solches Konto in der Family-Link-App neu anlegen oder ein bestehendes Konto unter Aufsicht stellen. Voraussetzung ist laut Google, dass Sie volljährig sind und im selben Land leben wie Ihr Kind.
- Installieren Sie die App „Google Family Link“ auf Ihrem eigenen Smartphone.
- Legen Sie über die App ein Konto für Ihr Kind an oder verknüpfen Sie dessen vorhandenes Konto. Die App führt Sie dabei auch durch die Anmeldung auf dem Kindergerät.
- Öffnen Sie danach oben links das Profil des Kindes und gehen Sie zuerst die Einstellungen für Google Play durch.
- Unter „Bildschirmzeit“ und „Zeitlimits“ aktivieren Sie das „Tageslimit“ und legen im „Wochenplan“ für jeden Tag die erlaubte Dauer fest.
- Unter „App-Limits“ stellen Sie einzelne Apps auf „Blockiert“ oder geben ihnen ein eigenes Zeitkontingent.
- Unter „Einstellungen“ und „Google Chrome und Web“ wählen Sie den Webfilter: „Versuchen, anstößige Websites zu blockieren“ oder „Nur genehmigte Websites erlauben“.
Praktisch im Alltag ist die „Bonuszeit“. Damit verlängern Sie das Limit für einen Tag, etwa wenn das Kind für die Schule recherchieren muss, ohne den Wochenplan umzubauen. Auf dem Kindergerät sieht Ihr Kind sein Limit unter „Einstellungen“, „Digital Wellbeing und Jugendschutzeinstellungen“. Ändern lässt es sich dort nur mit Ihrem Konto oder dem Eltern-Zugangscode.
Bildschirmzeit und Familienfreigabe auf dem iPhone
Auf dem iPhone ist der Kinderaccount der entscheidende Schritt, denn erst damit greifen die Kinderschutz-Einstellungen vollständig. Apple ordnet Kinder in Deutschland bis zum 16. Geburtstag dieser Kategorie zu. Den Account erstellen Sie auf Ihrem eigenen iPhone unter „Einstellungen“, „Familie“, „Mitglied hinzufügen“ und „Kinderaccount erstellen“. Sie geben Name und Geburtsdatum ein, und das System schlägt passende Voreinstellungen vor.
Die meisten Einstellungen finden Sie danach unter „Einstellungen“, „Familie“ und dem Namen des Kindes. Die wichtigsten Bereiche:
- Apps und Websites, Einschränkungen: Hier aktivieren Sie die Kaufanfrage, stellen Altersfreigaben für Apps, Filme und Musik ein und wählen einen Webfilter.
- Nutzungszeiten: Zeitbudgets für ganze App-Kategorien wie Spiele oder soziale Netzwerke.
- Zeitplan für Bildschirmzeit: Ruhezeiten, etwa nachts oder während der Schule.
- Erlaubte Kontakte: Sie legen fest, ob Ihr Kind während der Bildschirmzeit nur mit gespeicherten Kontakten kommunizieren darf und ob es selbst Kontakte hinzufügen kann.
- Kommunikationssicherheit: Sie blendet laut Apple Nacktdarstellungen in Bildern und Videos aus, die das Kind etwa per Nachrichten oder FaceTime empfängt oder senden will.
Für viele dieser Optionen fragt das iPhone nach dem Bildschirmzeit-Code. Wählen Sie einen Code, den Ihr Kind nicht kennt und der sich von Ihrer Geräte-PIN unterscheidet. Apple weist außerdem darauf hin, dass einige Schutzfunktionen je nach Alter und Region bereits voreingestellt sind und sich nicht abschalten lassen.
Kostenfallen im App Store und bei Google Play schließen
Die Kaufgenehmigung ist die Einstellung, die Sie zuerst aktivieren sollten. Sie verhindert, dass ein Kind mit einem Fingertipp teure In-App-Käufe in Spielen auslöst. Auf dem iPhone heißt die Funktion „Kaufanfrage“: Jeder Download und jeder Kauf landet als Anfrage bei Ihnen, und Sie entscheiden. Sie finden sie unter „Familie“, dem Namen des Kindes, „Apps und Websites“, „Einschränkungen“ und „Kaufanfrage“.
Bei Google wählen Sie in Family Link unter „Einstellungen“, „Google Play“ und „Genehmigung erforderlich für“ eine von vier Stufen: alle Inhalte, nur kostenpflichtige Inhalte, nur In-App-Käufe oder nie. Für jüngere Kinder empfiehlt sich „Alle Inhalte“, denn dann prüfen Sie auch kostenlose Apps, bevor sie auf dem Gerät landen.
Eine Lücke sollten Sie kennen. Google schreibt ausdrücklich, dass die Genehmigungen nur für Käufe über das Abrechnungssystem von Google Play gelten. Abos, die eine App außerhalb davon abschließt, etwa über eine hinterlegte Karte im Browser, erfasst die Sperre nicht. Hinterlegen Sie deshalb auf dem Kindergerät keine eigene Kreditkarte. Prüfen Sie auch Ihre Mobilfunkrechnung: Viele Anbieter ermöglichen Zahlungen über die Handyrechnung, die sogenannte Drittanbietersperre bei Ihrem Mobilfunkanbieter verhindert solche Abbuchungen.
Ab welchem Alter sind WhatsApp, TikTok und Instagram erlaubt?
Die großen Messenger und sozialen Netzwerke setzen das Mindestalter in Europa laut ihren Nutzungsbedingungen bei 13 Jahren an. WhatsApp hat seine Grenze für Europa im April 2024 von 16 auf 13 Jahre gesenkt. Die Initiative klicksafe hat die Vorgaben der Anbieter zusammengestellt (Stand März 2026):
| Dienst | Mindestalter laut Anbieter | Hinweis |
|---|---|---|
| 13 Jahre (Europa) | Alter wird bei der Anmeldung nur abgefragt | |
| 13 Jahre | Laut klicksafe keine Altersprüfung | |
| TikTok | 13 Jahre | „Begleiteter Modus“: Eltern legen Nutzungszeit und Nachrichtenempfang fest |
| Snapchat | 13 Jahre | Unter 18 laut Anbieter mit Zustimmung der Eltern, die nicht geprüft wird |
| YouTube | Eigenes Google-Konto ab 16 | Jüngere über ein beaufsichtigtes Konto oder YouTube Kids |
Ein Mindestalter in den Nutzungsbedingungen ist keine pädagogische Empfehlung, sondern eine rechtliche Grenze des Anbieters. Ob Ihr Kind mit 13 schon reif für TikTok ist, entscheiden Sie. Hinzu kommt die Datenschutz-Grundverordnung: Nach Art. 8 DSGVO dürfen Kinder in Deutschland erst ab 16 Jahren allein in die Verarbeitung ihrer Daten durch solche Dienste einwilligen, darunter brauchen Anbieter die Zustimmung der Eltern, sofern sie sich auf eine Einwilligung stützen. In der Praxis prüfen das die wenigsten Dienste. Wie Sie WhatsApp für Ihr Kind datensparsam einstellen, zeigt unser Ratgeber zu den WhatsApp-Datenschutz-Einstellungen.
Welche Einstellungen passen zu welchem Alter?
Je jünger das Kind, desto enger darf der Rahmen sein, und mit jedem Jahr sollte es mehr selbst entscheiden. Feste Regeln dafür gibt es nicht. Die folgende Staffelung ist eine Orientierung, die Sie an Ihr Kind anpassen.
- Grundschulalter: Kaufgenehmigung für alle Inhalte, Apps nur nach Freigabe, Webfilter mit genehmigten Seiten, kurze Tageslimits und eine feste Auszeit am Abend. Messenger nur mit ausgewählten Kontakten, etwa der Familie.
- Ab etwa 10 bis 12 Jahren: Kaufgenehmigung bleibt, Altersfreigabe für Apps auf 6 oder 12 Jahre, Webfilter für jugendfreie Seiten statt Positivliste. Zeitlimits gemeinsam festlegen und Bonuszeit als Absprache nutzen statt als Belohnung.
- Ab 13 bis 15 Jahren: Kaufgenehmigung für kostenpflichtige Inhalte, App-Limits vor allem für soziale Netzwerke und Spiele, Nachtruhe beibehalten. Standortfreigabe nur offen und mit Einverständnis des Kindes.
- Ab 16 Jahren: Das Google-Konto kann Ihr Kind dann selbst verwalten und die Aufsicht beenden. Spätestens jetzt ersetzen Absprachen die technische Kontrolle.
Für die Absprachen selbst gibt es kostenlose Hilfen. Der Mediennutzungsvertrag von klicksafe und Internet-ABC ist ein Online-Werkzeug, mit dem Eltern und Kinder gemeinsam Regeln festlegen, ausdrucken und unterschreiben.
Wo die Kontrolle endet
Keine Kindersicherung schützt vollständig, und es hilft, die Lücken zu kennen. Zeitlimits gelten nur für das verwaltete Gerät. Ein altes Tablet, eine Spielkonsole oder das Handy eines Freundes sind nicht erfasst. Webfilter erkennen nicht jede problematische Seite, und innerhalb erlaubter Apps wie YouTube oder einem Messenger können Kinder trotzdem auf verstörende Inhalte oder auf Fremde stoßen, die sie anschreiben.
Ältere Kinder finden zudem Wege um die Sperren herum. Ein häufiger Grund ist schlicht, dass sie den Code der Eltern beim Entsperren beobachtet haben. Wird eine Umgehung entdeckt, ist ein ruhiges Gespräch über das Warum meist wirksamer als eine strengere Einstellung.
Sagen Sie Ihrem Kind offen, welche Einstellungen aktiv sind und warum. Heimliche Überwachung, etwa durch Apps, die Chats mitlesen, beschädigt das Vertrauen. Und genau das brauchen Sie, damit Ihr Kind zu Ihnen kommt, wenn es online belästigt, erpresst oder unter Druck gesetzt wird.
Gespräch statt nur Technik: was Kinder wissen sollten
Die wirksamste Kindersicherung ist ein Kind, das Risiken einschätzen kann und weiß, dass es mit Problemen zu Ihnen kommen darf. Sprechen Sie deshalb regelmäßig über konkrete Situationen statt über abstrakte Gefahren. Diese Punkte gehören dazu:
- Keine Fotos, Adressen oder Schulnamen an Menschen schicken, die man nur online kennt.
- Wer nach intimen Bildern fragt oder Geschenke anbietet, ist ein Fall für die Eltern, ohne dass das Kind Ärger befürchten muss.
- Kettenbriefe, Gewinnspiele und angebliche Gratis-Spielwährung sind fast immer Betrug.
- Bildschirmfotos von beleidigenden oder bedrohlichen Nachrichten sichern, statt sie zu löschen.
Hilfreich ist auch, wenn Sie das Smartphone Ihres Kindes gemeinsam absichern: Displaysperre, automatische Updates und sichere Passwörter. Unser Ratgeber zum Thema Smartphone absichern zeigt die Grundeinstellungen.
Häufige Fragen
Ab wann kann mein Kind Family Link selbst abschalten?
In Deutschland liegt das Mindestalter für ein selbst verwaltetes Google-Konto bei 16 Jahren. Ab dann kann Ihr Kind die Aufsicht beenden. Vorher müssen Eltern zustimmen, sonst bleibt das Konto beaufsichtigt.
Kann ich mit Family Link ein iPhone überwachen?
Nein. Family Link verwaltet nur Android-Geräte und Chromebooks. Die Eltern-App läuft zwar auch auf dem iPhone, für das iPhone eines Kindes brauchen Sie aber die Familienfreigabe und die Bildschirmzeit von Apple.
Kostet die Kindersicherung etwas?
Family Link und die Bildschirmzeit sind kostenlos und Teil der Betriebssysteme. Kostenpflichtige Drittanbieter-Apps bieten teils zusätzliche Funktionen, greifen dafür aber tief in das Gerät ein. Für die meisten Familien reichen die eingebauten Werkzeuge.
Mein Kind hat den Bildschirmzeit-Code herausgefunden. Was nun?
Ändern Sie den Code unter „Einstellungen“, „Familie“, Name des Kindes, und geben Sie ihn künftig nicht in Sichtweite ein. Sprechen Sie mit Ihrem Kind darüber, warum es die Grenze umgehen wollte. Oft ist ein Limit zu knapp, und eine gemeinsame Anpassung löst das Problem besser.
Reicht ein Mindestalter von 13 als Entscheidungshilfe für WhatsApp?
Das Mindestalter ist eine Vorgabe des Anbieters, keine Empfehlung zur Reife. Entscheidend ist, ob Ihr Kind mit Gruppenchats, Kettenbriefen und Nachrichten von Fremden umgehen kann. Viele Eltern starten mit einem Messenger, in dem nur ausgewählte Kontakte erlaubt sind.
Quellen
- Google Family Link Hilfe: Familie mit Family Link verwalten
- Google Family Link Hilfe: Kaufgenehmigungen bei Google Play
- Google Konto Hilfe: Mindestalter für Google-Konten
- Apple Support: Kindersicherung auf dem iPhone und iPad des Kindes verwenden
- Apple Support: Apple Account für ein Kind erstellen
- Apple Support: Altersgrenzen für Apple Accounts nach Land
- klicksafe: Mindestalter von Apps und Diensten
- Google Family Link Hilfe: Websites in Chrome verwalten
- TikTok Newsroom: Der Begleitete Modus
- heise: Google-Elternaufsicht beenden
- Mediennutzungsvertrag von klicksafe und Internet-ABC