Ein Smartphone sichern Sie mit wenigen Einstellungen wirksam ab: eine starke Displaysperre, automatische Updates, Apps nur aus dem offiziellen Store, eingeschaltete Ortung und die Diebstahlschutz-Funktionen von Android und iOS. Die folgende Checkliste führt Sie in etwa einer Viertelstunde durch alle Punkte, getrennt nach Android und iPhone.
Nutzen Sie mindestens eine sechsstellige PIN plus Fingerabdruck oder Gesichtserkennung. Lassen Sie Updates automatisch installieren und laden Sie Apps nur aus Google Play oder dem App Store. Schalten Sie „Mein Gerät finden“ bzw. „Wo ist?“ ein, außerdem den Android-Diebstahlschutz oder beim iPhone „Schutz für gestohlene Geräte“. Aktivieren Sie die SIM-PIN, notieren Sie die IMEI und richten Sie ein automatisches Backup ein.
Warum ein Smartphone besonderen Schutz braucht
Ein Smartphone verdient mehr Schutz als jeder andere Rechner, weil es Schlüssel zu fast allen Ihren Konten enthält. Banking-App, E-Mail-Postfach, Passwörter, Bestätigungscodes per SMS: Wer Ihr entsperrtes Telefon in der Hand hält, kann Passwörter zurücksetzen und Geld bewegen. Das BSI betont außerdem, dass ein Gerät, das man immer dabei hat und das ständig online ist, ein zusätzliches Risiko trägt. Es geht schneller verloren als ein Laptop und ist häufiger in fremden Netzen.
Zwei Gefahren sind deshalb zu unterscheiden. Die eine kommt aus dem Netz: Schadsoftware, verseuchte Apps, Sicherheitslücken. Die andere ist ganz körperlich: Diebstahl oder Verlust, im ungünstigsten Fall, nachdem jemand Ihre PIN beim Eintippen beobachtet hat. Beide Gefahren lassen sich mit Bordmitteln deutlich verringern.
Welche Daten Apps über Sie sammeln und wie Sie Berechtigungen einschränken, ist ein eigenes Thema. Das behandeln wir ausführlich im Artikel Welche Daten sammelt mein Smartphone?. Hier geht es um den Schutz des Geräts selbst.
Die Checkliste im Überblick
Die Tabelle zeigt alle Punkte auf einen Blick. Die Namen der Menüs können je nach Hersteller und Version leicht abweichen, vor allem bei Android-Geräten von Samsung, Xiaomi oder anderen Herstellern.
| Maßnahme | Android | iPhone |
|---|---|---|
| Displaysperre | Einstellungen, Bereich Sicherheit bzw. Displaysperre | Einstellungen > Face ID & Code (oder Touch ID & Code) |
| Automatische Updates | Einstellungen, Bereich System- bzw. Softwareupdate | Einstellungen > Allgemein > Softwareupdate > Automatische Updates |
| Ortung | „Mein Gerät finden“, Web: android.com/find | Einstellungen > [Ihr Name] > Wo ist? > Mein iPhone suchen |
| Diebstahlschutz | Einstellungen > Google > Alle Dienste > Diebstahlschutz | Einstellungen > Face ID & Code > Schutz für gestohlene Geräte |
| SIM-PIN | Einstellungen, Bereich Sicherheit, Punkt SIM-Sperre (je nach Hersteller) | Einstellungen > Mobilfunk > SIM-PIN |
| Backup | Google-Backup in den Einstellungen | iCloud-Backup oder Sicherung am Computer |
Displaysperre und Biometrie richtig einstellen
Die Displaysperre ist die wichtigste Einstellung, denn auf ihr bauen Verschlüsselung, Ortung und Diebstahlschutz auf. Ohne Sperre ist das Gerät für jeden Finder offen. Wählen Sie eine PIN mit mindestens sechs Ziffern oder ein alphanumerisches Passwort. Meiden Sie Geburtstage und Folgen wie 123456, darauf weist auch das BSI hin.
Fingerabdruck und Gesichtserkennung sind im Alltag sinnvoll, weil Sie die PIN dann seltener in der Öffentlichkeit eintippen. Genau das ist der Punkt: Viele Diebstähle laufen so ab, dass jemand die PIN über die Schulter mitliest und dann das Telefon entwendet. Schirmen Sie die Eingabe ab, besonders in Bahn, Bar oder Warteschlange. Eine Mustersperre hält das BSI für bequemer, aber weniger sicher, weil Wischspuren auf dem Display das Muster verraten können.
Stellen Sie außerdem eine kurze automatische Sperrzeit ein, etwa 30 Sekunden bis eine Minute. Und prüfen Sie, welche Inhalte auf dem Sperrbildschirm erscheinen. Nachrichten mit Bestätigungscodes, die dort komplett sichtbar sind, helfen einem Dieb. Blenden Sie Inhalte von Benachrichtigungen im gesperrten Zustand aus.
Updates und App-Quellen
Installieren Sie System- und App-Updates automatisch, denn viele Angriffe nutzen Lücken, die längst geschlossen sind. Das BSI rät, die automatische Update-Funktion zu aktivieren oder regelmäßig nach Aktualisierungen zu sehen. Wie lange Ihr Gerät noch Updates bekommt, hängt vom Hersteller ab. Für Smartphones, die seit dem 20. Juni 2025 neu in der EU auf den Markt kommen, schreibt die Ökodesign-Verordnung Betriebssystem-Updates für mindestens fünf Jahre vor, gerechnet ab dem Zeitpunkt, an dem das Modell vom Markt genommen wird. Ältere Geräte fallen nicht darunter. Bekommt Ihr Telefon keine Sicherheitsupdates mehr, sollten Sie es für Banking und E-Mail nicht mehr verwenden. Mehr dazu lesen Sie unter Software-Updates.
Apps laden Sie nur aus Google Play oder dem App Store. Das BSI warnt ausdrücklich vor Apps, die per E-Mail-Anhang oder Download-Link kommen, und vor Apps, die angeblich mehr können als das Original. Unter Android sollte die Installation aus unbekannten Quellen ausgeschaltet bleiben. Gerade Links in SMS, die eine Paket-App oder ein Sicherheitsupdate versprechen, sind ein bekannter Weg für Schadsoftware. Woran Sie eine Infektion erkennen, steht im Artikel Handy-Virus erkennen.
Beim iPhone gibt es in der EU inzwischen alternative App-Marktplätze. Apple schreibt selbst, dass dort die Prüfstandards des App Store nicht in gleichem Umfang gelten und das Risiko für Schadsoftware und Betrug höher ist. Ohne guten Grund bleiben Sie beim App Store. Und löschen Sie Apps, die Sie nicht mehr nutzen: Jede installierte App ist ein mögliches Einfallstor.
Ortung aktivieren: „Mein Gerät finden“ und „Wo ist?“
Schalten Sie die Ortung ein, solange das Telefon noch bei Ihnen ist, denn nachträglich geht das nicht. Damit können Sie ein verlorenes Gerät auf der Karte finden, klingeln lassen, sperren und im Notfall aus der Ferne löschen.
Bei Android heißt die Funktion „Mein Gerät finden“ (international inzwischen „Find Hub“). Laut Google-Hilfe braucht sie ein angemeldetes Google-Konto, eine eingerichtete Displaysperre und eine Datenverbindung. Im Browser erreichen Sie sie unter android.com/find. Dort können Sie das Gerät klingeln lassen, sperren und eine Nachricht mit Kontaktdaten auf den Sperrbildschirm setzen.
Beim iPhone öffnen Sie Einstellungen, tippen auf Ihren Namen, dann auf „Wo ist?“ und schalten „Mein iPhone suchen“ ein. Aktivieren Sie dort auch das „Wo ist?“-Netzwerk, damit das Gerät über andere Apple-Geräte in der Nähe gefunden werden kann, selbst wenn es offline ist. „Letzten Standort senden“ übermittelt die Position, kurz bevor der Akku leer ist.
Diebstahlschutz: Android und iPhone im Vergleich
Beide Systeme haben Funktionen, die einen Dieb ausbremsen, selbst wenn er Ihre PIN kennt. Sie sind teils nicht standardmäßig aktiv und sollten eingeschaltet werden.
Android: Google bündelt die Funktionen unter Einstellungen > Google > Alle Dienste > Diebstahlschutz. Die meisten setzen Android 10 oder neuer voraus und funktionieren nicht auf Android-Go-Geräten. Dazu gehören:
- Diebstahl-Displaysperre: erkennt typische Bewegungen, wenn jemand Ihnen das Telefon entreißt und wegrennt oder wegfährt, und sperrt den Bildschirm.
- Offline-Gerätesperre: sperrt das Display, wenn das Telefon längere Zeit vom Netz getrennt ist, ein beliebter Trick von Dieben gegen die Ortung.
- Sperren per Fernzugriff: Unter android.com/lock sperren Sie das Gerät nur mit Ihrer Telefonnummer und einer Sicherheitsfrage, praktisch, wenn Sie Ihr Google-Passwort gerade nicht parat haben.
- Identitätsüberprüfung: verlangt außerhalb vertrauenswürdiger Orte Fingerabdruck oder Gesicht für wichtige Änderungen. Diese Funktion gibt es nur auf ausgewählten Geräten.
iPhone: Ab iOS 17.3 gibt es „Schutz für gestohlene Geräte“, zu finden unter Einstellungen > Face ID & Code. Voraussetzung sind unter anderem Zwei-Faktor-Authentifizierung für den Apple Account, „Wo ist?“ und die Funktion „Wichtige Orte“. Abseits vertrauter Orte wie Zuhause oder Arbeit gilt dann:
- Gespeicherte Passwörter nutzen, „Alle Inhalte & Einstellungen löschen“ oder den Modus „Verloren“ beenden geht nur mit Face ID oder Touch ID, nicht mit dem Code.
- Für das Ändern des Apple-Account-Passworts, des Gerätecodes oder das Abschalten von „Wo ist?“ gilt eine Sicherheitsverzögerung von einer Stunde, danach ist eine zweite biometrische Bestätigung nötig.
Wer die Verzögerung überall möchte, stellt sie in den Einstellungen auf „Immer“. Der Gedanke dahinter: Der Dieb kennt vielleicht Ihren Code, aber nicht Ihr Gesicht. In der Stunde Verzögerung haben Sie Zeit, das Gerät über „Wo ist?“ zu sperren.
Diebstahlschutz, Ortung und Fernsperre helfen nur, wenn sie vor dem Verlust eingeschaltet waren. Nehmen Sie sich die fünf Minuten jetzt, nicht erst, wenn das Telefon weg ist.
SIM-PIN, IMEI und Backup
Aktivieren Sie die SIM-PIN, damit niemand Ihre SIM-Karte in ein anderes Telefon steckt und SMS-Codes empfängt oder auf Ihre Kosten telefoniert. Das BSI empfiehlt, die PIN der SIM-Karte stets aktiviert zu lassen. Beim iPhone finden Sie die Option unter Einstellungen > Mobilfunk > SIM-PIN, bei Android meist im Bereich Sicherheit. Ersetzen Sie die Standard-PIN Ihres Anbieters durch eine eigene. Vorsicht beim Ausprobieren: Wer die PIN zu oft falsch eingibt, braucht die PUK aus den Vertragsunterlagen, sonst ist eine neue SIM fällig.
Notieren Sie außerdem die IMEI, die eindeutige Gerätenummer. Sie erscheint, wenn Sie in der Telefon-App *#06# wählen. Polizei und Versicherung fragen bei einem Diebstahl danach.
Ein automatisches Backup sorgt dafür, dass ein Verlust nur Geld kostet und nicht auch Fotos und Kontakte. Unter Android sichert das Google-Backup Apps, Einstellungen und auf Wunsch Fotos; beim iPhone übernimmt das das iCloud-Backup oder eine Sicherung am Computer. Wie Sie eine Sicherung einrichten und prüfen, beschreibt unser Artikel Backup erstellen.
Zum Schluss lohnt ein Blick auf die Konten hinter dem Telefon. Ihr Google-Konto bzw. Apple Account ist der Generalschlüssel. Schützen Sie ihn mit einem einzigartigen Passwort und Zwei-Faktor-Authentifizierung. Unter iOS ist diese ohnehin Voraussetzung für den Diebstahlschutz.
Was tun, wenn das Handy weg ist?
Handeln Sie sofort, denn die ersten Minuten entscheiden. Gehen Sie in dieser Reihenfolge vor:
- Orten und sperren: über android.com/find bzw. android.com/lock oder bei Apple über „Geräte suchen“ auf iCloud.com bzw. die „Wo ist?“-App eines anderen Geräts. Markieren Sie das Gerät als verloren.
- SIM sperren: Rufen Sie Ihren Mobilfunkanbieter an und lassen Sie die SIM-Karte bzw. eSIM sperren.
- Bank informieren: Haben Sie Banking-Apps oder hinterlegte Karten, sperren Sie Online-Zugang und Karten. Die zentrale Sperrnummer ist 116 116.
- Passwörter ändern: zuerst Google-Konto bzw. Apple Account, dann E-Mail, Messenger und Konten, deren Passwörter auf dem Telefon gespeichert waren.
- Anzeige erstatten: bei Diebstahl mit IMEI bei der Polizei. Die Bescheinigung brauchen Sie auch für die Versicherung.
- Löschen aus der Ferne: Wenn keine Aussicht besteht, das Gerät zurückzubekommen, löschen Sie es aus der Ferne. Danach lässt es sich in der Regel nicht mehr orten.
Häufige Fragen
Ist Gesichtserkennung sicherer als eine PIN?
Beides ergänzt sich. Die biometrische Entsperrung schützt vor allem davor, dass jemand Ihre PIN beim Eintippen mitliest. Die PIN bleibt trotzdem die Grundlage, sie wird nach einem Neustart und bei vielen Änderungen verlangt. Wählen Sie also eine starke PIN und nutzen Sie Biometrie für den Alltag.
Brauche ich auf dem Smartphone eine Antiviren-App?
Für die meisten Nutzer nicht, wenn Updates aktuell sind und Apps nur aus den offiziellen Stores kommen. Android prüft Apps aus Google Play bereits mit Play Protect. Wichtiger als jede Zusatz-App ist, keine Apps über Links aus SMS oder Chats zu installieren.
Was bringt der Android-Diebstahlschutz, wenn der Dieb das Handy ausschaltet?
Ausschalten kann ein Dieb das Gerät meist trotzdem, aber er kommt ohne Ihre Displaysperre nicht an die Daten. Seit Android 15 verhindert zudem der Schutz beim Zurücksetzen, dass ein gewaltsam zurückgesetztes Gerät ohne Ihre Google-Zugangsdaten neu eingerichtet wird. Damit ist es für Hehler deutlich weniger wert.
Wie erfahre ich, wie lange mein Handy noch Updates bekommt?
Die Hersteller veröffentlichen die Zeiträume meist auf ihren Support-Seiten, Google und Samsung etwa pro Modell. Beim iPhone sehen Sie unter Einstellungen > Allgemein > Softwareupdate, ob eine neue Version verfügbar ist. Bleiben Sicherheitsupdates monatelang aus, ist das ein deutliches Zeichen.
Was ist, wenn ich mein Handy verkaufen will?
Dann reicht die hier beschriebene Absicherung nicht, Sie müssen das Gerät richtig zurücksetzen und von Ihren Konten lösen. Die Schritte stehen in unserer Anleitung Handy verkaufen: Daten sicher löschen.
Quellen
- BSI: Smartphone und Tablet effektiv schützen
- Android-Hilfe: Diebstahlschutz verwalten
- Google: Der Anti-Diebstahlschutz von Android
- Android-Hilfe: Verlorenes Android-Gerät finden, sperren oder löschen
- Apple: Schutz für gestohlene Geräte
- Apple: „Wo ist?“ einrichten
- Apple: SIM-PIN für das iPhone verwenden
- Apple: Alternative App-Marktplätze in der EU
- Stiftung Warentest: Ökodesign-Verordnung für Smartphones