Software-Updates sind wichtig, weil sie Sicherheitslücken schließen, über die Angreifer sonst Schadsoftware einschleusen oder Daten abgreifen können. Sobald ein Hersteller eine Lücke behebt, wird sie öffentlich bekannt, und ab diesem Moment arbeiten Kriminelle daran, sie bei allen auszunutzen, die das Update noch nicht installiert haben. Das BSI hält die Wirksamkeit von Updates für unterschätzt und empfiehlt, sie zeitnah und am besten automatisch einzuspielen.
Jede Software enthält Fehler, und einige davon sind Sicherheitslücken. Updates beheben sie, oft bevor großer Schaden entsteht, aber nur, wenn Sie sie auch installieren. Schalten Sie automatische Updates für Betriebssystem, Browser, Apps und den Router ein. Prüfen Sie außerdem, ob Ihre Geräte überhaupt noch Sicherheitsupdates bekommen: Windows 10 etwa erhält reguläre Updates seit Oktober 2025 nicht mehr, nur noch über ein Zusatzprogramm. Geräte ohne Support sollten Sie ersetzen oder vom Internet fernhalten.
Was genau bewirkt ein Update?
Ein Update verändert eine bereits installierte Software, um Fehler zu beheben, Sicherheitslücken zu schließen oder Funktionen zu ergänzen, ohne dass Sie das Programm neu installieren müssen. Ob der Hersteller es Update, Patch, Aktualisierung oder Bugfix nennt, ist laut BSI letztlich derselbe Vorgang.
Eine Sicherheitslücke ist eine Schwachstelle in der Software, die es Angreifern ermöglicht, etwas zu tun, was eigentlich nicht vorgesehen ist. Das reicht vom Einschleusen von Schadprogrammen über das Auslesen von Daten bis zur vollständigen Übernahme des Geräts. Manche Lücken lassen sich schon ausnutzen, wenn Sie nur eine präparierte Webseite aufrufen oder ein Dokument öffnen. Das BSI nennt ausdrücklich PDF-Dateien und Office-Dokumente mit Makros als typische Einfallstore.
Updates sind kein Ersatz für andere Schutzmaßnahmen, aber ihre Grundlage. Ein Virenschutz kann viele bekannte Schadprogramme erkennen. Gegen eine offene Lücke im Betriebssystem hilft er nur eingeschränkt, wenn der Angreifer einen neuen Weg nutzt. Das BSI zählt Updates deshalb zusammen mit eigenen Passwörtern für jedes Konto und der Zwei-Faktor-Authentifizierung zu den wichtigsten Grundregeln. Einen Überblick gibt auch unser Beitrag Welche Grundregeln der IT-Sicherheit sollte jeder kennen?.
Warum zählt jeder Tag nach Veröffentlichung eines Updates?
Sobald ein Sicherheitsupdate erscheint, wissen auch Angreifer, wo die Schwachstelle liegt. Sie vergleichen alte und neue Version und entwickeln gezielt Angriffe für Geräte, die noch nicht aktualisiert sind. Das BSI weist darauf hin, dass Angreifer oft schon in den ersten Tagen nach Bekanntwerden einer Lücke zuschlagen. Ein Update, das zwei Wochen ungeöffnet in der Benachrichtigungsleiste liegt, verschenkt genau diese Zeit.
Die Zahl der Lücken ist groß und wächst. Nach dem BSI-Lagebericht 2025 ist die Zahl der täglich neu bekannt gewordenen Schwachstellen im Berichtszeitraum von Juli 2024 bis Juni 2025 um 24 Prozent gestiegen. Das BSI nennt nachlässig oder gar nicht geschlossene Lücken ausdrücklich als einen Grund, warum Angreifer in Deutschland weiter leichtes Spiel haben.
Was ist eine Zero-Day-Lücke?
Eine Zero-Day-Lücke ist eine Schwachstelle, die Angreifer bereits ausnutzen, bevor der Hersteller davon weiß oder ein Update bereitstellen konnte. Der Name kommt daher, dass dem Hersteller null Tage zur Vorbereitung blieben. Solche Lücken sind wertvoll und werden häufig für gezielte Angriffe eingesetzt, etwa auf Journalisten, Politiker oder Unternehmen.
Für Sie als Privatperson ist daran vor allem eines wichtig. Wenn ein Hersteller ein Notfall-Update veröffentlicht und dazuschreibt, dass eine Lücke möglicherweise bereits aktiv ausgenutzt wird, sollten Sie es am selben Tag installieren. Apple, Google und Microsoft nennen solche Fälle in ihren Sicherheitshinweisen, und das BSI gibt bei besonders kritischen Lücken in verbreiteter Software eigene Warnungen heraus.
Weil Zero-Day-Lücken vor dem Update nicht zu verhindern sind, helfen hier zusätzliche Grundregeln: keine Anhänge aus unbekannten Quellen öffnen, Programme nicht dauerhaft mit Administratorrechten nutzen und regelmäßig ein Backup erstellen. Damit bleibt der Schaden begrenzt, falls doch etwas passiert, etwa durch Ransomware.
Wann erscheinen Updates? Patchday und Notfall-Updates
Viele große Hersteller veröffentlichen Sicherheitsupdates in einem festen Rhythmus und schieben bei akuter Gefahr Notfall-Updates nach. Am bekanntesten ist der Patchday von Microsoft. Er findet am zweiten Dienstag jedes Monats statt, die Updates erscheinen laut Microsoft in der Regel um 10 Uhr pazifischer Zeit, in Deutschland also am Abend. Am vierten Dienstag folgt ein optionales Vorschau-Update ohne Sicherheitskorrekturen. Ist eine Lücke so gefährlich, dass sie nicht bis zum nächsten Patchday warten kann, verteilt Microsoft ein sogenanntes Out-of-Band-Update außerhalb des Plans.
| Hersteller oder Gerät | Rhythmus | Was Sie tun sollten |
|---|---|---|
| Microsoft Windows und Office | Patchday am zweiten Dienstag im Monat, bei Bedarf Out-of-Band-Updates | Automatische Updates eingeschaltet lassen, Neustart nicht tagelang aufschieben |
| Android | Google veröffentlicht monatliche Sicherheitsupdates, wann sie auf Ihrem Gerät ankommen, hängt von Hersteller und Mobilfunkanbieter ab | Sicherheitspatch-Ebene in den Einstellungen gelegentlich prüfen |
| Apple iOS, iPadOS, macOS | Kein fester Termin, Updates erscheinen je nach Bedarf | Automatische Installation aktivieren |
| Browser | Häufige Updates, meist automatisch im Hintergrund | Browser regelmäßig ganz schließen, damit das Update greift |
| Router | Unregelmäßig, je nach Hersteller | Automatische Updates in der Router-Oberfläche einschalten |
Apple gibt Sicherheitsprobleme nach eigenen Angaben erst bekannt, wenn die Untersuchung abgeschlossen ist und die Updates allgemein verfügbar sind. Eine Übersicht aller Sicherheitsupdates veröffentlicht Apple auf einer eigenen Support-Seite.
So aktivieren Sie automatische Updates auf allen Geräten
Automatische Updates sind der einfachste Schutz, weil Sie dann nicht mehr daran denken müssen. Das BSI empfiehlt, sie überall einzuschalten, wo es möglich ist. So finden Sie die Einstellungen:
- Windows 11: Start › Einstellungen › Windows Update. Updates werden automatisch geladen und installiert. Legen Sie unter „Erweiterte Optionen“ Ihre Nutzungszeit fest, damit der Neustart nicht mitten in der Arbeit passiert. Updates lassen sich dort zwar pausieren, nach Ablauf der Pause müssen Sie sie aber installieren. Weitere Einstellungen beschreibt der Ratgeber Windows 11 sicher einstellen.
- iPhone und iPad: Einstellungen › Allgemein › Softwareupdate › Automatische Updates. Mit aktivierter automatischer Installation spielt das Gerät Updates über Nacht ein, wenn es lädt und mit dem WLAN verbunden ist.
- Android: Einstellungen › System › Softwareupdates. Die genaue Bezeichnung weicht je nach Hersteller ab, bei Samsung heißt der Punkt zum Beispiel „Software-Update“ und steht direkt in den Einstellungen. Unter Einstellungen › Über das Telefon › Android-Version sehen Sie die Sicherheitspatch-Ebene, also das Datum des letzten Sicherheitsupdates.
- Apps: Aktivieren Sie im Google Play Store (Profilbild › Einstellungen › Netzwerkeinstellungen › Automatische App-Updates) und auf dem iPhone in den Einstellungen beim App Store unter „App-Updates“ die automatische Aktualisierung. Unter Windows aktualisiert der Microsoft Store seine Apps selbst, Programme aus anderen Quellen haben oft eine eigene Update-Funktion im Hilfe-Menü.
- Router: Bei einer FRITZ!Box finden Sie die Einstellung unter System › Update › Auto-Update. Der Hersteller empfiehlt Stufe III, bei der neue FRITZ!OS-Versionen automatisch installiert werden, meist nachts. Mindestens sollte Stufe II aktiv sein, bei der notwendige Sicherheitsupdates automatisch eingespielt werden. Mehr zum Router im Beitrag WLAN-Router absichern.
- Smart-Home-Geräte, Drucker, Fernseher: Hier fehlen automatische Updates oft. Schauen Sie in der zugehörigen App oder im Gerätemenü nach einer Option wie „Firmware aktualisieren“. Hinweise dazu gibt der Beitrag Smart Home sicher einrichten.
Führen Sie eine kurze Liste Ihrer Geräte und Programme und vermerken Sie, welche sich nicht von selbst aktualisieren. Das BSI empfiehlt genau diesen Überblick, weil sonst einzelne Geräte jahrelang vergessen werden.
Laden Sie Updates nur über die eingebaute Update-Funktion oder die offizielle Webseite des Herstellers. Kriminelle verbreiten gefälschte Update-Hinweise per E-Mail, SMS und Pop-up-Fenster im Browser, hinter denen sich Schadsoftware verbirgt. Ein seriöser Hersteller schickt Ihnen kein Update als E-Mail-Anhang. Taucht beim Surfen plötzlich ein Fenster auf, das ein dringendes Update für Ihren Browser oder Ihren Virenschutz verlangt, schließen Sie die Seite.
Wie erkennen Sie Geräte ohne Sicherheitsupdates?
Ein Gerät ohne Support erkennen Sie daran, dass die Sicherheitspatch-Ebene oder die letzte Systemversion schon viele Monate alt ist und kein neues Update mehr angeboten wird. Hersteller liefern Updates nur für einen begrenzten Zeitraum. Danach bleiben neu entdeckte Lücken für immer offen.
So prüfen Sie den Stand:
- Windows: Der Support für Windows 10 ist am 14. Oktober 2025 ausgelaufen. Private Nutzer können sich für das Programm „Extended Security Updates“ (ESU) registrieren und erhalten damit nach Angaben von Microsoft kritische und wichtige Sicherheitsupdates bis zum 12. Oktober 2027. Ohne Kosten geht das, wenn Sie mit einem Microsoft-Konto angemeldet sind und bleiben, mit lokalem Konto kostet es einmalig rund 30 US-Dollar. Erfüllt Ihr PC die Voraussetzungen, bietet Windows Update das kostenlose Upgrade auf Windows 11 an.
- Android: Liegt die Sicherheitspatch-Ebene mehr als ein paar Monate zurück und findet die Update-Suche nichts Neues, hat Ihr Gerät vermutlich das Support-Ende erreicht. Viele Hersteller nennen auf ihrer Webseite, wie lange ein Modell versorgt wird.
- iPhone: Apple macht keine feste Update-Zusage. Ältere Modelle erhalten oft noch eine Zeit lang Sicherheitsupdates für eine ältere iOS-Version, auch wenn sie die neueste nicht mehr bekommen.
- Router: Hersteller führen Listen mit Geräten, für die es keine Updates mehr gibt. Bei Mietgeräten vom Internetanbieter fragen Sie dort nach einem Austausch.
Bei Neugeräten hat sich die Lage verbessert. Seit dem 20. Juni 2025 gilt in der EU die Ökodesign-Verordnung für Smartphones und Tablets. Hersteller müssen Betriebssystem-Updates danach mindestens fünf Jahre lang bereitstellen, gerechnet ab dem Tag, an dem ein Modell vom Markt genommen wird. Für weitere vernetzte Produkte regelt der europäische Cyber Resilience Act Sicherheitsanforderungen. Seine Hauptpflichten für Hersteller gelten ab dem 11. Dezember 2027. Und nach § 327f des Bürgerlichen Gesetzbuchs muss der Verkäufer digitaler Produkte Ihnen für einen angemessenen Zeitraum die nötigen Aktualisierungen bereitstellen, Sicherheitsupdates ausdrücklich eingeschlossen.
Ein Gerät ohne Updates müssen Sie nicht sofort wegwerfen. Es sollte aber nicht mehr für Online-Banking, E-Mail oder Einkäufe genutzt werden. Ein alter Laptop kann offline als Schreibmaschine weiterlaufen, ein altes Tablet als digitaler Bilderrahmen ohne Konten. Bevor Sie ein Gerät verkaufen oder entsorgen, löschen Sie es gründlich, wie im Beitrag Handy-Daten löschen vor dem Verkauf beschrieben.
Fünf verbreitete Mythen über Updates
„Updates machen mein Gerät langsamer.“ Große Versionssprünge können auf sehr alter Hardware tatsächlich spürbar sein. Reine Sicherheitsupdates ändern an der Geschwindigkeit in der Regel wenig. Wer aus Sorge um die Leistung gar nicht mehr aktualisiert, tauscht ein kleines Ärgernis gegen ein echtes Sicherheitsrisiko.
„Ich habe einen Virenschutz, das reicht.“ Ein Virenschutz und Updates ergänzen sich, ersetzen sich aber nicht. Das BSI kritisiert ausdrücklich, dass die Wirksamkeit von Updates gegenüber Virenschutz und Firewall unterschätzt wird.
„Bei mir gibt es nichts zu holen.“ Die meisten Angriffe laufen automatisiert und suchen nicht nach bestimmten Personen, sondern nach verwundbaren Geräten. Ein gekaperter Rechner lässt sich für den Versand von Spam, als Teil eines Botnetzes oder zum Abgreifen von Bank- und Kontodaten nutzen, egal wem er gehört.
„Ich warte lieber ab, ob das Update Probleme macht.“ Fehlerhafte Updates kommen vor, aber selten. Wenige Tage Abwarten bei großen Funktionsupdates sind vertretbar, bei Sicherheitsupdates wiegt das Risiko des Wartens schwerer, gerade wenn eine Lücke bereits ausgenutzt wird. Wer vorher ein Backup hat, kann gelassen aktualisieren.
„Apps und Router aktualisieren sich doch von selbst.“ Oft ja, aber nicht immer. Automatische App-Updates können abgeschaltet sein, viele ältere Router und fast alle Smart-Home-Geräte ohne App aktualisieren sich gar nicht. Ein kurzer Blick in die Einstellungen schafft Gewissheit.
Was tun, wenn Sie ein wichtiges Update verpasst haben?
Installieren Sie das Update sofort und prüfen Sie anschließend, ob es Hinweise auf einen Befall gibt. In den meisten Fällen ist nichts passiert. Wurde die Lücke aber nachweislich ausgenutzt, sollten Sie genauer hinsehen.
- Spielen Sie alle ausstehenden Updates ein und starten Sie das Gerät neu.
- Lassen Sie unter Windows einen vollständigen Scan mit Microsoft Defender laufen, bei Verdacht den Offline-Scan. Wie Sie Warnzeichen deuten, steht im Beitrag Computer-Virus erkennen, für Smartphones unter Handy-Virus erkennen.
- Achten Sie auf ungewöhnliche Aktivitäten in E-Mail-, Bank- und Shopping-Konten.
- Ändern Sie bei konkretem Verdacht die Passwörter wichtiger Konten, und zwar von einem anderen, aktuellen Gerät aus.
- Bekommt ein Gerät gar keine Updates mehr, planen Sie den Austausch oder trennen Sie es vom Internet.
Häufige Fragen
Muss ich nach jedem Update neu starten?
Bei Betriebssystem-Updates meist ja, weil viele Systemdateien erst beim Neustart ersetzt werden können. Bis dahin ist die Lücke noch offen. Planen Sie den Neustart deshalb zeitnah ein, statt ihn tagelang zu verschieben.
Was ist der Unterschied zwischen einem Update und einem Upgrade?
Umgangssprachlich meint ein Upgrade meist den Sprung auf eine neue Hauptversion, etwa von Windows 10 auf Windows 11 oder auf eine neue iOS-Generation. Updates sind kleinere Aktualisierungen innerhalb einer Version. Sicherheitskorrekturen kommen in beiden Formen.
Sind Updates über das mobile Netz sicher?
Ja. Ob die Daten über WLAN oder Mobilfunk kommen, spielt für die Sicherheit keine Rolle, weil die Update-Pakete vom Hersteller signiert sind. Große Updates laden Sie aber wegen des Datenvolumens besser im WLAN.
Wie lange bekommt mein Smartphone noch Updates?
Das hängt vom Hersteller und Modell ab. Viele Hersteller veröffentlichen die Zeiträume auf ihren Webseiten. Für Modelle, die seit dem 20. Juni 2025 neu in den EU-Handel kommen, gilt die Ökodesign-Verordnung mit mindestens fünf Jahren Update-Versorgung ab Verkaufsende.
Sollte ich Beta-Versionen installieren, um früher geschützt zu sein?
Für Geräte, die Sie im Alltag brauchen, besser nicht. Vorabversionen sind zum Testen gedacht und können neue Fehler enthalten. Sicherheitskorrekturen erscheinen ohnehin zeitnah auch für die fertige Version.
Quellen
- BSI: Wichtige Softwareupdates
- BSI: Updates, Browser und Open Source
- Der Betrieb: BSI-Lagebericht 2025
- Microsoft Learn: Windows-Veröffentlichungszyklus für Updates
- Microsoft: Ende des Supports für Windows 10
- Microsoft Support: Windows Update FAQ
- Apple Support: iPhone aktualisieren
- Apple Support: Sicherheitsupdates von Apple
- Android-Hilfe: Android-Version prüfen und aktualisieren
- FRITZ!: Automatische Updates nutzen
- Stiftung Warentest: Ökodesign-Verordnung für Smartphones
- EU-Kommission: Cyber Resilience Act
- § 327f BGB: Aktualisierungen